Banking Supervision
Deutsch
Other languages4 +
963彩票开户

Zentrale Aussagen

1 Gesamtbeurteilung der Struktur des Finanzsektors und der Finanzintegration

Die Gr??e des Finanzsystems des Eurogebiets ist in den letzten Jahren weitgehend unver?ndert geblieben. Sie betr?gt in etwa das Sechs- bis Siebenfache des BIP, was ungef?hr der relativen Gr??e der Finanzsysteme anderer wichtiger L?nder entspricht.963彩票开户 Die Gesamtgr??e eines Finanzsystems l?sst sich u. a. anhand der Verm?genswerte von Finanzintermedi?ren oder der Verbindlichkeiten aller Wirtschaftssektoren absch?tzen. Im Juni 2019 belief sich der Gesamtbestand der von den Finanzintermedi?ren des Eurogebiets gehaltenen Verm?genswerte (einschlie?lich vom Eurosystem gehaltener Verm?genswerte) auf 82 Billionen €. Das ist mehr als das Siebenfache des BIP des Euroraums (siehe Abbildung 1.1, linke Grafik). Dieser Wert hat sich seit 2015 kaum ver?ndert. Ende 2018 betrug die gesamte Finanzierung der Sektoren des Eurogebiets 67 Billionen €. Dieser Betrag entspricht fast dem Sechsfachen des BIP des Euroraums und ist seit 2014 nahezu unver?ndert. Mithilfe solcher N?herungswerte für die Gesamtgr??e des Finanzsystems l?sst sich auch die Entwicklung des Finanzsystems einer Volkswirtschaft bewerten. Sie sind ein Anhaltspunkt für die F?higkeit eines Finanzsystems, Akteuren, die Finanzmittel für Konsumzwecke oder produktive Investitionen ben?tigen, Mittel von Akteuren mit überschüssen zuzuführen. Die 2007 ausgebrochene Finanzkrise hat gleichwohl gezeigt, dass ein zu gro?es Finanzsystem ein Indiz für weitverbreitete Ungleichgewichte sein und daher eine ernsthafte Bedrohung für die Finanzstabilit?t und letztlich für den wirtschaftlichen Wohlstand darstellen kann. Au?erdem gibt es weitere Aspekte der finanziellen Entwicklung, die durch die gesamten Verm?genswerte oder Verbindlichkeiten m?glicherweise nicht angemessen zum Ausdruck gebracht werden, wie etwa Finanzinnovationen oder institutionelle und organisatorische Verbesserungen im Finanzsystem.

In Bezug auf die Rollen verschiedener Finanzintermedi?re ist bei der Struktur des Finanzsektors des Eurogebiets eine mittelfristige Verlagerung von einer ausgepr?gten Vorherrschaft der Banken hin zu einer ausgewogeneren Zusammensetzung festzustellen. Dabei gewinnen verschiedene Arten von Finanzintermedi?ren aus dem Nichtbankenbereich zunehmend an Bedeutung. Ein weiterer Aspekt, der ein Finanzsystem kennzeichnet, ist seine Struktur, d. h. die jeweilige Mischung der in einer Wirtschaft t?tigen Finanzintermedi?re und der dort vorhandenen Finanzm?rkte. So zeigt etwa die rechte Grafik von Abbildung 1.1, dass die Banken (Kreditinstitute) – gemessen an den Verm?genswerten – nach wie vor den gr??ten Teilsektor des Finanzsystems bilden, obwohl ihr Anteil seit Beginn des neuen Jahrtausends kontinuierlich geschrumpft ist. Gleichzeitig gewannen Investmentfonds (ohne Geldmarktfonds), eine Restkategorie der ?verbleibenden“ sonstigen Finanzinstitute[1]963彩票开户 sowie das Eurosystem an Bedeutung. Zu dieser Restkategorie z?hlen eine Vielzahl verschiedener Intermedi?re und anderer Unternehmen, darunter Wertpapier- und Derivateh?ndler oder -broker, Versicherungsmakler, Verm?gensverwaltungsgesellschaften, Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften, Anlageberater, Finanzholdinggesellschaften, Spezialfinanzierungsgesellschaften, Finanzierungsinstrumente nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften – z. B. zur Unterstützung ihrer Schuldverschreibungsemissionen –, und sonstige Unternehmen, die Finanzstr?me innerhalb nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften steuern. Mit anderen Worten: In Bezug auf die Anteile verschiedener Arten von Finanzintermedi?ren an den Verm?genswerten hat die Position der Banken im Finanzsystem des Eurogebiets an St?rke eingebü?t, insbesondere nach der Finanz- und Staatsschuldenkrise.

Abbildung 1.1

Gesamte Verm?genswerte des Finanzsektors des Eurogebiets und Anteile verschiedener Arten von Finanzintermedi?ren

(Verh?ltnis von den Verm?genswerten zum nominalen BIP (linke Grafik); in % (rechte Grafik); M?rz 1999-Juni 2019)

Quelle: EZB.
Anmerkung: Die aggregierten (nicht konsolidierten) Verm?genswerte der Teilsektoren umfassen finanzielle Verm?genswerte, aber keine nichtfinanziellen Verm?genswerte. Zu den verbleibenden sonstigen Finanzinstituten z?hlen u. a. Wertpapier- und Derivateh?ndler, finanzielle Kapitalgesellschaften, die Kredite gew?hren (wie Leasing- und Factoringgesellschaften), spezialisierte finanzielle Kapitalgesellschaften (darunter Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften, Export-/Importfinanzierungsgesellschaften oder einige zentrale Kontrahenten), Kredit- und Versicherungshilfst?tigkeiten (darunter beispielsweise Verm?gensverwaltungsgesellschaften, Wertpapierbroker, Anlageberater, Versicherungsmakler oder B?rsen) sowie firmeneigene Finanzierungseinrichtungen und Kapitalgeber (darunter beispielsweise Finanzholdinggesellschaften, Finanzierungsinstrumente nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften – z. B. zur Unterstützung ihrer Schuldverschreibungsemissionen – und sonstige Unternehmen, die Finanzstr?me innerhalb nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften steuern). Daten zu Geldmarktfonds werden erst seit dem 1. Quartal 2006 separat von den Kreditinstituten gemeldet. Daten zu finanziellen Mantelkapitalgesellschaften (d. h. Unternehmen, die Verbriefungsgesch?fte durchführen) werden seit dem Schlussquartal 2009 separat von den verbleibenden sonstigen Finanzinstituten gemeldet.

Im Eurogebiet waren Investment- und Pensionsfonds in den letzten Jahren die am schnellsten wachsenden Segmente unter den Finanzintermedi?ren aus dem Nichtbankenbereich.963彩票开户 Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Finanzintermedi?re aus dem Nichtbankenbereich (alle Bereiche in Abbildung 1.1 mit Ausnahme des dunkelblauen Bereichs für Kreditinstitute und des gelben Bereichs für das Eurosystem), auf die im Juni 2019 fast 60 % der gesamten Verm?genswerte des Finanzsektors im Eurogebiet entfielen. Grund hierfür ist nicht nur, dass ihr Wachstum m?glicherweise Ausdruck finanzieller Entwicklungen und eines st?rker diversifizierten Finanzsystems ist, sondern auch, dass es – teilweise – die Verlagerung von Risiken widerspiegelt – weg vom Bankensektor, der nach der Krise in erheblichem Ma? neu reguliert wurde, hin zu weniger stark regulierten Teilsektoren des Finanzsystems. Eine erste Beobachtung in diesem Zusammenhang ist, dass die SFIs, die sich anhand der derzeit verfügbaren Statistiken nicht einordnen lassen und daher recht undurchschaubar bleiben, den Verm?genswerten nach einen erheblichen Anteil an den Finanzintermedi?ren aus dem Nichtbankenbereich ausmachen. Eine zweite Beobachtung ist, dass Investmentfonds und Pensionsfonds in den letzten Jahren die beiden Kategorien mit dem schnellsten Wachstum waren, und dass Investmentfonds innerhalb der Gruppe der verbleibenden SFIs bereits zuvor zur zweitgr??ten Gruppe von Finanzintermedi?ren aus dem Nichtbankenbereich im Eurogebiet avanciert waren. Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds rangieren unter den Intermedi?ren aus dem Nichtbankenbereich der Gr??e nach auf Platz 3 bzw. 4.

Zwar hat das Wachstum bei den Finanzintermedi?ren aus dem Nichtbankenbereich eine Reihe von Vorteilen, welche die finanzielle Entwicklung widerspiegeln, es erfordert aber auch aufsichtspolitische Aufmerksamkeit in Bezug darauf, wie sich wandelnde und m?gliche neu auftretende oder sogar steigende Risiken für die Finanzstabilit?t einged?mmt werden k?nnen. Das Wachstum bei den Investmentfonds ist aus vielerlei Gründen von Bedeutung. Erstens halten die privaten Haushalte in Europa nach wie vor einen relativ gro?en Teil ihrer Ersparnisse in Form von Bankeinlagen; im derzeitigen Niedrigzinsumfeld br?chten verschiedene Arten von Investmentfonds (erfahrungsgem??) allerdings attraktivere Renditen auf gut diversifizierte Portfolios. Zweitens bieten viele Arten von Investmentfonds eine l?nderübergreifende Diversifizierung für Aktien, Anleihen oder andere (schlechter handelbare) Verm?genswerte. Dies macht sie zu natürlichen Kan?len für die Teilung finanzieller Risiken im privaten Sektor im Eurogebiet. Die EU-Richtlinie und die EU-Verordnung zur F?rderung des grenzüberschreitenden Vertriebs von Investmentfonds, die kürzlich verabschiedet wurden, k?nnten in dieser Hinsicht hilfreich sein.[2] Drittens k?nnten die zunehmenden Finanzstr?me, die Investmentfonds zuflie?en, in Verbindung mit vermehrten Liquidit?tsinkongruenzen in deren Bilanzen (siehe z. B. Unterabschnitt 4.2 des ECB Financial Stability Review vom November 2019) zu gr??eren Risiken für die Finanzstabilit?t führen, was aufsichtspolitische Aufmerksamkeit erforderlich macht. Die vom Finanzstabilit?tsrat im Jahr 2017 und vom Europ?ischen Ausschuss für Systemrisiken im Jahr 2018 ver?ffentlichten Empfehlungen zielen darauf ab, strukturellen Schwachstellen von Verm?gensverwaltern entgegenzuwirken, vor allem jenen, die auf Liquidit?tsinkongruenzen zurückzuführen sind.[3] Fortschritte bei der Umsetzung dieser Empfehlungen in Europa k?nnen im Rahmen einer überprüfung von EU-Rechtsvorschriften erzielt werden. Ein Beispiel hierfür ist die laufende überprüfung der Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds, zu der voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2020 ein ?ffentliches Konsultationsverfahren stattfindet.

Was die Rolle der verschiedenen Finanzm?rkte betrifft, so ist die Finanzstruktur des Eurogebiets durch eine anhaltende Vorherrschaft nicht marktf?higer Finanzinstrumente wie Darlehen und nicht b?rsennotierte Aktien gekennzeichnet.963彩票开户 Die zweite M?glichkeit, die Finanzstruktur anhand der Mischung von M?rkten zu beschreiben, ist die relative Bedeutung der von den wichtigsten Wirtschaftssektoren eingesetzten verschiedenen Finanzierungsinstrumente. In Abbildung 1.2 sind die relativen Anteile der wichtigsten (bilanzwirksamen) Finanzinstrumente an der gesamten Finanzierung aller Wirtschaftssektoren (private Haushalte, Unternehmen und Staat, jedoch ohne die Au?enwirtschaft) des Eurogebiets, der Vereinigten Staaten (USA) und Japans aufgeführt. Die drei Grafiken zeigen einige konkrete Unterschiede auf. Dies deckt sich mit der weitverbreiteten Auffassung, dass die Finanzsysteme Europas und Japans eher bankbasiert sind, w?hrend das US-amerikanische Finanzsystem eher kapitalmarktbasiert ist. Die Wirtschaft des Eurogebiets weist einen besonders hohen Anteil von Finanzierungen durch Darlehen und nicht b?rsennotierte Aktien auf, die Japans durch Darlehen und Staatsanleihen. In der US-amerikanischen Wirtschaft erfolgt ein gr??erer Anteil der Finanzierungen über b?rsennotierte Aktien und Schuldverschreibungen nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften (Non-financial Corporations – NFCs) als im Euroraum oder in Japan (auch wenn die Anteile von Darlehen und sonstigen Anteilsrechten nicht gering sind).

Nur einige marktf?hige Instrumente (insbesondere NFC-Schuldverschreibungen) weisen im Euroraum mittelfristig einen leichten Aufw?rtstrend auf. Das Volumen von Aktieninstrumenten ist hingegen nach wie vor relativ gering.963彩票开户 W?hrend der Anteil aller Eigenkapitalinstrumente an der gesamten Finanzierung im Eurogebiet mit dem anderer L?nder vergleichbar ist, gilt dies für die Anteile verschiedener Eigenkapitalinstrumente nicht. Die Finanzierung mittels an ?ffentlichen M?rkten gehandelter Anteilsrechte (b?rsennotierter Aktien) ist relativ gering, w?hrend die Finanzierung durch privates Beteiligungskapital (nicht b?rsennotierte Aktien) recht umfangreich ist. Entsprechend seinem bankbasierten System f?llt der Anteil von Bankschuldverschreibungen – die effektiv Darlehen finanzieren (und in Abbildung 1.2 zu einer gewissen Doppelerfassung führen) – im Eurogebiet im Vergleich zu den USA oder Japan relativ hoch aus. Gleichzeitig ist die Finanzierung über Bankschuldverschreibungen nach der Finanzkrise etwas zurückgegangen, w?hrend die direkte Finanzierung über Unternehmensanleihen zugelegt hat. Aufgrund dieser Entwicklung hat die letztgenannte Finanzierungsart der erstgenannten im Euroraum den Rang abgelaufen. Die in Abbildung 1.2 dargestellten, sich langsam ver?ndernden aggregierten Best?nde deuten jedoch nicht auf eine allgemeine Tendenz hin zu einer st?rker marktbasierten Finanzierung hin, da gleichzeitig die Finanzierung durch nicht b?rsennotierte Aktien allgemein zugenommen hat. Darüber hinaus werden durch sie die erheblichen Unterschiede zwischen den einzelnen L?ndern in Bezug auf die relative Bedeutung marktbasierter Instrumente verschleiert. Abbildung 2 in Kapitel 1 des vorliegenden Berichts zeigt allenfalls einen leichten Rückgang für alle Sektoren zusammen in den letzten zwei Jahrzehnten. Dieser k?nnte jedoch kürzlich seinen Tiefstand erreicht haben, da sich die marktbasierte Finanzierung von NFCs nach der Krise erholt hat (wahrscheinlich, weil sie den Schuldenabbau der Banken kompensieren mussten).

963彩票开户Abbildung 1.2

963彩票开户Finanzierungsstrukturen der Wirtschaft des Eurogebiets, der USA und Japans (nach Art des Instruments)

(in %; j?hrliche Daten: 1999-2018)

Quellen: EZB für das Eurogebiet, OECD für die Vereinigten Staaten und Japan.
Anmerkung: Die Abbildung zeigt Verbindlichkeiten aller Wirtschaftssektoren, mit Ausnahme von Verbindlichkeiten gegenüber dem Rest der Welt, Krediten von NFCs (um Kredite zwischen verbundenen Unternehmen in diesen nicht konsolidierten Daten zu saldieren), Bargeld und Einlagen, Investmentfondsanteilen, Rentenansprüchen, Versicherungs- und Standardgarantie-Systemen, Finanzderivaten und Mitarbeiteraktienoptionen sowie sonstigen Verbindlichkeiten. Sonstige Anteilsrechte bezieht sich auf Eigenkapitalansprüche, bei denen es sich nicht um an einer B?rse notierte Anteilsrechte und nicht um nicht b?rsennotierte Aktien handelt, wie etwa Verm?genseinlagen in Personengesellschaften, in Genossenschaften investiertes Kapital oder Investitionen des Staates in das Kapital ?ffentlicher Kapitalgesellschaften, deren Kapital nicht in Anteile aufgeteilt ist. Die Daten für die Vereinigten Staaten und Japan basieren auf dem globalen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (System of National Accounts – SNA) 2008. Das Europ?ische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 2010, das den Daten des Eurogebiets zugrunde liegt, stimmt weitgehend mit dem SNA 2008 überein, kann jedoch in einigen F?llen detaillierter sein.

Der Umstrukturierungsprozess im Bankensektor des Euroraums, der nach der Krise begonnen hat, schreitet langsam voran, doch die begrenzte nationale und grenzüberschreitende Konsolidierung scheint auch ein globales Ph?nomen zu sein. Seit der Finanzkrise durchl?uft der Bankensektor des Eurogebiets einen schrittweisen Umstrukturierungsprozess. Dabei werden u. a. neue Gesch?ftsmodelle gesucht, Anpassungen an den überarbeiteten regulatorischen Rahmen vorgenommen sowie notleidende Verm?genswerte konsolidiert und abgewickelt. Die Anzahl der Banken im Euroraum geht nach wie vor langsam zurück, da sich die Konsolidierung seit der Krise weiterhin eher verhalten gestaltet. Die Anzahl ausl?ndischer Zweigstellen ist hingegen weitgehend unver?ndert geblieben. Bemerkenswerterweise wird in einem Kasten in Kapitel 1 festgestellt, dass die ged?mpfte Konsolidierungsdynamik nach der Krise nicht auf den Euroraum oder die EU beschr?nkt ist. Auch in den anderen bedeutenden Freihandelszonen weltweit, darunter im Geltungsbereich des Abkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA), Nachfolger des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA), sowie im Gebiet des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN), ist seit 2010 nur eine geringe Aktivit?t in Bezug auf inl?ndische wie auch grenzüberschreitende Bankfusionen und -übernahmen zu beobachten.

Ein spezifisches Hindernis für die Bankenkonsolidierung im Eurogebiet k?nnten die anhaltend niedrigen Bewertungen und die ihnen zugrunde liegenden Ursachen sowie andere wirtschaftliche, gesch?ftliche und regulatorische Faktoren sein.963彩票开户 Vor dem Hintergrund der gemeinsamen W?hrung und der Bankenunion w?re zu erwarten gewesen, dass die grenzüberschreitende Komponente des Bankenkonsolidierungsprozesses im Euroraum st?rker ausf?llt als in anderen Regionen der Welt. Das ist jedoch nicht der Fall. Der EZB-Bericht ?Financial integration in Europe“ aus dem Jahr 2018 enthielt eine Reihe wirtschaftlicher, gesch?ftlicher und regulatorischer Faktoren, die in diesem Kontext eine Rolle spielen k?nnten (darunter die weiterhin nicht vollendete Bankenunion). Der Kasten im vorliegenden Bericht führt erg?nzend die in den letzten Jahren rückl?ufigen Bewertungen der Banken im Eurogebiet als Erkl?rungsansatz für die mangelnde Konsolidierung an. Zu den Faktoren, die m?glicherweise urs?chlich für die rückl?ufigen Bewertungen sind, z?hlen u. a. geringe Rentabilit?t, problematische Gesch?ftsmodelle, hohe Kosten, ungel?ste notleidende Risikopositionen und/oder Fehleinsch?tzungen oder Fehlbewertungen durch den Markt. Derartige rückl?ufige Bewertungen waren weder in der USMCA-Region noch in der übrigen Welt zu beobachten und scheinen charakteristisch für das Eurogebiet zu sein.

In den letzten zehn Jahren wurde eine Vielzahl von Finanztechnologieunternehmen (FinTechs) gegründet. Heute beherbergt das Eurogebiet etwa ein Fünftel aller FinTechs weltweit, eine ganze Reihe von ihnen ist in kleineren, ?technologieaffinen“ Euro-L?ndern angesiedelt.963彩票开户 Eine der dynamischsten Entwicklungen in der Struktur des Finanzsektors der gro?en Volkswirtschaften war die Entstehung von FinTech-Unternehmen – Unternehmen, die technologische Innovationen, insbesondere Informationstechnologie, zur Unterstützung oder Erbringung von Finanzdienstleistungen nutzen. Da es bis dato keinen speziellen statistischen Berichtsrahmen für FinTechs gibt, sind die diesbezüglichen Informationen recht sp?rlich und unsystematisch. Aus dem Bericht geht hervor, dass – nach einer starken Beschleunigung der Zahl von Unternehmensgründungen bei FinTechs im Eurogebiet seit Mitte der 2000er Jahre – die 2 800 FinTech-Unternehmen mit Sitz im Euroraum im Jahr 2018 mehr als ein Fünftel aller FinTechs weltweit darstellten. Grundlage für diese Erkenntnisse ist ein neuer, aber immer noch experimenteller Datensatz der EZB. Die meisten FinTech-Unternehmen sind in gro?en Euro-L?ndern angesiedelt, es gibt aber auch einige kleine ?technologieaffine“ L?nder, die gemessen an ihrer Bev?lkerung eine gro?e Zahl von FinTechs beherbergen (z. B. Estland, Finnland, Irland, Litauen und Luxemburg).

Der wirtschaftliche Nutzen und die potenziellen Risiken von FinTechs lie?en sich leichter verstehen, wenn diese als eigene Klasse in die internationalen und europ?ischen statistischen Klassifikationssysteme für Wirtschaftszweige aufgenommen würden. Zieht man die Typologie der Europ?ischen Bankenaufsichtsbeh?rde heran, so zeigt der experimentelle Datensatz, dass die meisten Unternehmen Zahlungs-, Clearing- und Abwicklungsdienstleistungen oder Kredit-, Einlagen- und Kapitalbeschaffungsdienstleistungen anbieten. Allerdings sind auch viele von ihnen in den Bereichen Wertpapierdienstleistungen und Verm?gensverwaltung oder Kreditscoring, Compliance-Dienstleistungen und sonstigen (nicht weiter unterteilten) Finanztechnologien t?tig. Was die Eigentümerstruktur von FinTechs betrifft, so stammt die gr??te Gruppe von Anteilseignern in der Regel aus dem Finanz- und Versicherungssektor und die zweitgr??te aus dem Informations- und Kommunikationssektor. Die Mehrheit der FinTech-Unternehmen befindet sich im Besitz inl?ndischer Eigentümer. Damit Entwicklungen im Bereich FinTech auf einer soliden Grundlage überwacht, die mit ihnen verbundenen Vorteile und Risiken bewertet und ihre Auswirkungen auf die wichtigsten Zentralbankfunktionen analysiert werden k?nnen, ist es wichtig, dass FinTechs ordnungsgem?? in die internationalen und europ?ischen statistischen Klassifikationssysteme für Wirtschaftszweige integriert werden. Ihre überwachung und Bewertung würde sich einfacher gestalten, wenn FinTechs künftig eine eigene Klasse bilden würden.

Nachdem im Eurogebiet nach der Krise bis 2015 ein starker Reintegrationstrend stattfand, waren die uneinheitlichen Entwicklungen bei der Finanzintegration insgesamt seitdem durch massive Schwankungen bei der Preiskonvergenz und durch einen Wachstumsstillstand bei den grenzüberschreitenden Investitionen charakterisiert. Je weiter die Finanzintegration in den Euro-L?ndern fortgeschritten ist, desto mehr kann von einem Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen gesprochen werden, und desto angemessener ist es, die Finanzstruktur und die finanzielle Entwicklung im Eurogebiet als Ganzes zu betrachten. In Abbildung 1.3 sind zwei zusammengesetzte Indikatoren für die Finanzintegration dargestellt, für die Informationen aus den wichtigsten Finanzm?rkten zusammengeführt wurden, um ein ungef?hres Gesamtbild der Finanzintegration im Eurogebiet zu erhalten. Die Indikatoren deuten nach wie vor auf Diskrepanzen zwischen der Integration hin, die sich in grenzüberschreitenden Preisunterschieden (preisbasierter Indikator, gelbe Linie) niederschl?gt, und der Integration, die in grenzüberschreitenden Investitionen (mengenbasierter Indikator, blaue Linie) zum Ausdruck kommt. Nach der Finanz- und Staatsschuldenkrise war bei beiden bis 2015 eine kr?ftige Erholung festzustellen. Danach traten beim preisbasierten Indikator allerdings deutliche Schwankungen auf; der letzte Wert war nur leicht über dem H?chststand von 2015. Diese Volatilit?t ergab sich insbesondere aus sich ver?ndernden grenzüberschreitenden Renditedifferenzen bei Anleihen. Zurückzuführen waren diese u. a. auf aufkommende und wegfallende politische Unsicherheiten in mehreren Euro-L?ndern. Auch wenn die expansive Geldpolitik der EZB der Finanzintegration generell f?rderlich ist, wurde der mengenbasierte zusammengesetzte Indikator seit 2015 insbesondere durch eine verhaltene grenzüberschreitende Vergabe von Interbankenkrediten ged?mpft, da der Bargeldbedarf der Gesch?ftspartner aufgrund der Bereitstellung überschüssiger Mittel durch unkonventionelle geldpolitische Ma?nahmen erwartungsgem?? zurückgegangen ist. Der zuletzt beobachtete leichte Anstieg des mengenbasierten Indikators – auf ein ?hnliches Niveau wie 2004 und 2015 – war einer Erholung der grenzüberschreitenden Interbankenkredite und Anleihebest?nde geschuldet. Ein ?hnlicher Indikator für die grenzüberschreitende Finanzierung im Euroraum, der von der Association for Financial Markets in Europe ver?ffentlicht wird und auf einer breiteren Palette von Marktsegmenten beruht (und somit weniger stark von einer einzigen Komponente beeinflusst wird), zeigt jedoch, dass die Erholung nach der Krise auch in quantitativer Hinsicht kontinuierlicher verlief.[4]

Abbildung 1.3

Preis- und mengenbasierte zusammengesetzte Indikatoren für die Finanzintegration

(viertelj?hrliche Daten; preisbasierter Indikator: Q1 1995 – Q3 2019; mengenbasierter Indikator: Q1 1999 – Q2 2019)

Quelle: EZB und EZB-Berechnungen.
Anmerkung: Der preisbasierte zusammengesetzte Indikator umfasst zehn Indikatoren für Geld-, Anleihe- und Aktienm?rkte und das Privatkundensegment im Bankenmarkt, im mengenbasierten zusammengefassten Indikator sind fünf Indikatoren für die gleichen Marktsegmente mit Ausnahme des Letztgenannten gebündelt. Die Begrenzungen der Indikatoren sind 0 (vollst?ndige Fragmentierung) und 1 (vollst?ndige Integration). Zunahmen bei den Indikatoren signalisieren eine st?rkere Finanzintegration. Ab Januar 2018 k?nnte es beim preisbasierten Indikator aufgrund des übergangs von EONIA- zu €STR-Zinsen in der Geldmarktkomponente zu Verhaltens?nderungen gekommen sein. ?OMT“ steht für ?Outright Monetary Transactions“, also geldpolitische Outright-Gesch?fte. Eine ausführliche Beschreibung der Indikatoren und der in sie einflie?enden Daten findet sich im Statistical Web Annex zu diesem Bericht sowie in P. Hoffmann, M. Kremer und S. Zaharia, ?Financial integration in Europe through the lens of composite indicators“, Working Paper Series der EZB, Nr. 2319, September 2019.

In den letzten Jahren waren mit Blick auf die Finanzintegration positive Entwicklungen zu beobachten. Dies galt insbesondere für Zahlungsbeziehungen in Zusammenhang mit Gro?betr?gen, bestimmte Repo-Marktzinss?tze für Sicherheiten und – sehr z?gerlich – das Volumen der Privatkundenkredite der Banken. Bei den Aktienm?rkten war dies gr??tenteils nicht der Fall.963彩票开户 Der vorliegende Bericht behandelt auch einige spezifische Entwicklungen im Bereich Integration auf verschiedenen Finanzm?rkten. Neue Forschungsarbeiten, bei denen Netzwerkmethoden auf TARGET2-Daten angewandt werden, legen nahe, dass die Zahl der Zahlungsbeziehungen, die Banken in Europa mit anderen TARGET2-Banken desselben Landes unterhalten, im Laufe des letzten Jahrzehnts stetig zurückgegangen ist. Dagegen haben neue Zahlungsbeziehungen mit TARGET2-Banken anderer L?nder zugenommen. Dies deutet auf eine steigende grenzüberschreitende Integration im Bereich Gro?betragszahlungen hin. Auf dem besicherten Euro-Geldmarkt hat sich die besondere Rolle von Repo-Zinss?tzen für bestimmte Arten von als Sicherheiten dienenden Staatsanleihen in den vergangenen zwei Jahren abgeschw?cht. Dies l?sst sich daran ablesen, dass deren Renditeabst?nde unter den Zinssatz für die EZB-Einlagefazilit?t gesunken sind. Dies betraf L?nder wie Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande und Spanien. Gleichzeitig erh?hte sich die grenzüberschreitende Kreditvergabe von Banken an Privatkunden im Eurogebiet, wenn auch eher gem?chlich und von einem relativ niedrigen Niveau ausgehend (siehe die blaue Linie in Abbildung 1.4, Grafik d). Die Aktienrenditen im Eurogebiet und die l?nderübergreifenden Best?nde (siehe die blaue Linie in Abbildung 1.4, Grafik a)) deuten nicht mehr auf einen weiteren Anstieg der Integration der Aktienm?rkte hin. Einige Messgr??en enthalten erste Anzeichen einer neuerlichen Fragmentierung. Dies ist auf den nachlassenden und weniger einheitlich verlaufenden Wirtschaftsaufschwung sowie auf politische Unsicherheiten in einigen Euro-L?ndern zurückzuführen.

Bei der Erw?gung von Messgr??en bezüglich der Pr?ferenz für heimische Wertpapiere (Home Bias), die nicht zwischen dem Sitz des Anlegers und dem des Fonds unterscheiden, ist bei Aktien und Anleihefondsbest?nden im Euroraum darauf zu achten, dass die mengenbasierte Finanzintegration nicht untersch?tzt wird.963彩票开户 Das Special Feature C stellt eine direkte Verbindung zwischen den Herkunftsl?ndern der Fondsanleger und den Herkunftsl?ndern ihrer fondsspezifischen Aktien- und Anleihebest?nde her. Die entsprechende Home-Bias-Messgr??e f?llt merklich geringer aus als Messgr??en, bei denen der Sitz des Fonds als Ursprung der Investition zugrunde gelegt wird. Erkl?ren l?sst sich dies durch den betr?chtlichen Anteil der Fondsinvestitionen, die Anleger aus dem Eurogebiet in Finanzzentren (z. B. Irland oder Luxemburg) halten. Die dortigen Fonds weisen in der Regel st?rker diversifizierte Portfolios auf als Fonds au?erhalb der Finanzzentren. Daher muss bei der Erw?gung von Home-Bias-Messgr??en, die dem Herkunftsland der Anleger nicht vollumf?nglich Rechnung tragen, darauf geachtet werden, dass die mengenbasierte Integration nicht untersch?tzt wird.

Die spürbaren Verbesserungen, die im Euroraum nach der Krise hinsichtlich der Widerstandsf?higkeit der Finanzintegration erzielt wurden, haben sich m?glicherweise abgeschw?cht. Daher muss überwacht werden, ob aus der Zunahme der grenzüberschreitenden Investitionen in kurzfristige Schuldtitel und dem Rückgang der grenzüberschreitenden ausl?ndischen Direktinvestitionen – sollten diese andauern – im Zeitverlauf Anf?lligkeiten gegenüber Schocks erwachsen. Abbildung 1.4 zeigt die vier Indikatoren, die die EZB zur Bewertung der Widerstandsf?higkeit der Finanzintegration im Eurogebiet überwacht. Unter Widerstandsf?higkeit versteht man in diesem Kontext, dass die seit der Finanz- und Staatsschuldenkrise bei der Finanzintegration erzielten Verbesserungen beim Eintreten schwerer Schocks nicht zunichte gemacht werden. Eine Anf?lligkeit k?nnte sich z. B. aus überproportionalen Anteilen an kurzfristig ver?u?erbaren Instrumenten wie Interbankenkrediten oder kurzfristigen Schuldverschreibungen ergeben. Grafik a) in Abbildung 1.4 k?nnte darauf hindeuten, dass das Verh?ltnis zwischen grenzüberschreitenden Kapitalanlagen und grenzüberschreitenden Investitionen in Anleihen im Eurogebiet in den Jahren 2017 und 2018 seinen H?chststand erreicht hat. Grafik b) ist zu entnehmen, dass sich der Anteil der ausl?ndischen Direktinvestitionen an den grenzüberschreitenden Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen in Aktien im Euroraum seit 2011 auf einem ?hnlichen Niveau bewegte, bevor gegen Ende 2018 ein Rückgang einsetzte.[5] Grafik c) veranschaulicht, dass Investitionen in grenzüberschreitende kurzfristige Schuldtitel im Eurogebiet seit 2014 ein schnelleres Wachstum verbuchen konnten als Investitionen in grenzüberschreitende langfristige Schuldtitel. Grafik d) zeigt, dass im Euroraum im Verlauf des Jahres 2019 der recht verhaltene Anstieg des grenzüberschreitenden Kreditgesch?fts der Banken mit Privatkunden durch die Erholung bei den grenzüberschreitenden Interbankenkrediten mehr als ausgeglichen wurde. Wenngleich die Umkehrungen in der Regel nach wie vor eher gering sind und – vielleicht mit Ausnahme kurzfristiger Schuldtitel – bis dato noch nicht besonders lange anhalten, erscheint es dennoch ratsam, die Entwicklungen bei diesen Indikatoren für die Widerstandsf?higkeit weiter zu überwachen.

963彩票开户Abbildung 1.4

Indikatoren für die Widerstandsf?higkeit der Finanzintegration im Eurogebiet

(linke Achse: in Billionen EUR; rechte Achse: Verh?ltnis)

(linke Achse: in Billionen EUR; rechte Achse: Verh?ltnis)

(linke Achse: in Billionen EUR; rechte Achse: Verh?ltnis)

(linke Achse: in Billionen EUR; rechte Achse: Verh?ltnis)

Quellen: a) EZB und EZB-Berechnungen, b) EZB, c) EZB, EZB-Berechnungen auf Grundlage von Zahlungsbilanzdaten und Eurostat, d) EZB.
Anmerkung: a) Die blaue Linie zeigt den Gesamtbetrag der von Anlegern im Eurogebiet (alle Sektoren) gehaltenen Aktien, die von Gebietsans?ssigen anderer Euro-L?nder begeben wurden. Die gelbe Linie zeigt den Gesamtbetrag der von Anlegern im Eurogebiet (alle Sektoren) gehaltenen Schuldverschreibungen, die von Gebietsans?ssigen anderer Euro-L?nder begeben wurden. Die orangefarbene Linie zeigt das Verh?ltnis der beiden. Sowohl bei Investitionen in Aktien als auch in Schuldtitel bezieht sich der Gesamtbetrag auf die Summe der grenzüberschreitenden und inl?ndischen Verm?gensbest?nde innerhalb des Eurogebiets. b) Die blaue Linie illustriert den Gesamtbetrag der ausl?ndischen Direktinvestitionen im Eurogebiet. Die gelbe Linie veranschaulicht die Summe der ausl?ndischen Direktinvestitionen und der grenzüberschreitenden Portfolioinvestitionen im Eurogebiet. Die orangefarbene Linie zeigt das Verh?ltnis der beiden. c) Die blaue Linie zeigt den Gesamtbetrag der langfristigen Schuldtitel (mit einer Laufzeit von über einem Jahr), die von L?ndern des Eurogebiets begeben und von Gebietsans?ssigen anderer Euro-L?nder gehalten wurden. Die gelbe Linie zeigt den Gesamtbetrag der kurzfristigen Schuldtitel (mit einer Laufzeit von unter einem Jahr), die von L?ndern des Eurogebiets begeben und von Gebietsans?ssigen anderer Euro-L?nder gehalten wurden. Die orangefarbene Linie zeigt das Verh?ltnis der beiden. d) Die blaue Linie veranschaulicht den Gesamtbetrag der grenzüberschreitenden Vergabe von Bankkrediten an private Haushalte und NFCs innerhalb des Eurogebiets, d. h. das Kreditgesch?ft der Banken mit Privatkunden. Die gelbe Linie zeigt den Gesamtbetrag der grenzüberschreitenden Kreditvergabe innerhalb des Eurogebiets zwischen MFIs, d. h. Interbankenkredite. Die orangefarbene Linie zeigt das Verh?ltnis der beiden. N?here Ausführungen zur Interpretation dieser Indikatoren finden sich in Special Feature A ?Financial integration and risk sharing in a monetary union“ des EZB-Berichts ?Financial integration in Europe“ aus dem Jahr 2016.


2 Ausgew?hlte Themen im Hinblick auf die Struktur des Finanzsektors und die Finanzmarktintegration

Einige oben angeführten Merkmale und Entwicklungen in der Struktur des Finanzsektors sowie der Weiterentwicklung und Integration der Finanzm?rkte im Euroraum verdeutlichen, wie wichtig es ist, die europ?ische Bankenunion zu vollenden und weitere Fortschritte bei der europ?ischen Kapitalmarktunion zu erzielen. Was Letztere betrifft, so hat sich der Anteil der marktf?higen Finanzinstrumente seit der Einführung der Gemeinschaftsw?hrung nicht erh?ht. So besteht im Vergleich zu anderen L?ndern Spielraum, den Anteil des ?ffentlichen Eigenkapitals an der gesamten Unternehmensfinanzierung zu steigern. Au?erdem sollten die M?rkte für privates Beteiligungskapital im Euroraum zu einer dynamischeren Quelle für Risikokapital werden. Dadurch erhielten junge und innovative Unternehmen bessere Wachstumschancen. Gleichzeitig deutet das relativ kr?ftige Wachstum der Finanzintermedi?re aus dem Nichtbankenbereich darauf hin, dass sich wandelnde oder m?glicherweise neu auftretende Risiken für die Finanzstabilit?t einged?mmt und gleiche Bedingungen für Banken sichergestellt werden müssen. Zur Wahrung der Widerstandsf?higkeit der bislang erzielten Kapitalmarktintegration gegenüber Schocks scheint es erstrebenswert zu sein, dass der leichte Rückgang der grenzüberschreitenden Kapitalbeteiligungen und der ausl?ndischen Direktinvestitionen (insoweit Letztere kein vorübergehender Effekt der Rückführung von im Ausland erzielten Einnahmen durch multinationale US-Unternehmen sind) sich nicht fortsetzt und dass Investitionen in grenzüberschreitende langfristige Schuldtitel wieder ein schnelleres Wachstum verzeichnen als Investitionen in grenzüberschreitende kurzfristige Schuldtitel. Alles in allem ist der Stand der im Euroraum erzielten Finanzintegration nicht zufriedenstellend. Damit die Bankenunion wirksam funktioniert, w?re es von Vorteil, wenn der nur sehr gem?chliche Anstieg der grenzüberschreitenden Kreditvergabe von Banken an Privatkunden im Eurogebiet fortgesetzt und gest?rkt würde, wodurch die Widerstandsf?higkeit der Bankenintegration und die Kreditrisikoteilung im privaten Sektor der Euro-L?nder verbessert würde. Es w?re weitaus wahrscheinlicher, dass diese Effekte eintreten, wenn eine weitere grenzüberschreitende Konsolidierung von Banken im Euroraum stattfindet. Aus diesem Grund sollten Hindernisse für grenzüberschreitender Bankenfusionen und -übernahmen angegangen werden. In dieser Hinsicht und auch allgemein gesehen – auch zum Zweck der Finanzstabilit?t – sind weitere Fortschritte bei der Vollendung der Bankenunion überaus wünschenswert.

Die Europ?ische Kommission und der Rat ?Wirtschaft und Finanzen“ der EU (ECOFIN-Rat) haben Initiativen ins Leben gerufen, um einen zweiten Ma?nahmenkatalog zur Weiterentwicklung der Kapitalmarktunion auszuarbeiten und ihn im laufenden Gesetzgebungszyklus zu einer Priorit?t zu machen. Der Ma?nahmenkatalog knüpft an den Aktionsplan 2015 an. Ende 2019 waren 11 der 13 im Aktionsplan der Kommission zur Schaffung einer Kapitalmarktunion enthaltenen Gesetzgebungsvorschl?ge umgesetzt. Dieser Plan war im September 2015 angekündigt worden. Im Januar 2020 waren sechs dieser legislativen Ma?nahmen bereits in Kraft, und die verbleibenden Ma?nahmen sollen schrittweise bis Mitte 2022 wirksam werden. Zwar ist die Verabschiedungsrate der Gesetzgebungsvorschl?ge relativ hoch, doch mussten bei einigen Initiativen deutliche Abstriche bei den ambitionierten Zielen gemacht werden, um eine Einigung zwischen den europ?ischen Mitgesetzgebern zu erm?glichen. Vor diesem Hintergrund und angesichts anderer Merkmale des EU-Finanzsystems und dort stattfindender Entwicklungen forderten verschiedene Entscheidungstr?ger und Marktteilnehmer in Berichten ein zweites Ma?nahmenpaket. Mit diesem soll die Kapitalmarktunion teilweise neu ausgerichtet und weiter vorangebracht werden. Folglich ?u?erte der ECOFIN-Rat sein Interesse, die Kapitalmarktunion ganz oben auf die politische Tagesordnung zu setzen, und die Kommission bekundete ihre Absicht, die Kapitalmarktunion ins Zentrum des laufenden Gesetzgebungszyklus zu stellen. So hat die Kommission beispielsweise ein hochrangiges Forum zur Kapitalmarktunion eingerichtet, in dem Experten verschiedener Wirtschaftszweige zusammenkommen, um Vorschl?ge für konkrete Ma?nahmen auszuarbeiten, die in den n?chsten Aktionsplan zur Kapitalmarktunion aufgenommen werden k?nnten. Im Fokus seiner Arbeit steht derzeit die Frage, wie ein Umfeld geschaffen werden kann, das eine vermehrte grenzüberschreitende Beschaffung von Kapital erm?glicht, wie bei der Entwicklung einer europ?ischen Kapitalmarktarchitektur vorgegangen werden sollte und wie eine st?rkere Beteiligung von Privatanlegern erreicht werden kann. Weiterhin befasst sich das Forum mit den damit zusammenh?ngenden Aspekten des übergangs zu einer nachhaltigen und digitalen Wirtschaft.

Die EZB unterstützt die neuen Initiativen zur Kapitalmarktunion nachdrücklich und unterstreicht u. a., wie wichtig eine weitere Verbesserung und Harmonisierung der Insolvenzregelungen sowie eine Weiterentwicklung der M?rkte für ?ffentliches und privates Beteiligungskapital in der EU sind. Da besser ausgereifte und integrierte Kapitalm?rkte vorteilhaft für die Transmission ihrer Geldpolitik, für die Finanzstabilit?t und die Vertiefung der Wirtschafts- und W?hrungsunion (WWU) sind, unterstützt die EZB nachdrücklich entsprechende Bemühungen zur Weiterentwicklung der Kapitalmarktunion. Sie teilt gerne ihre Ansichten mit und steht beratend zur Seite in der Frage, welche Ma?nahmen am vorteilhaftesten w?ren. In ihrem Bericht ?Financial integration in Europe“ aus dem Jahr 2018 hat die EZB z. B. betont, wie wichtig es ist, die Insolvenzregelungen weiter zu verbessern und zu harmonisieren und die M?rkte für ?ffentliches und privates Beteiligungskapital in der EU weiterzuentwickeln. Neben der allgemeinen F?rderung der Integration und Entwicklung der Kapitalm?rkte sollten die Hauptziele der Kapitalmarktunion darin bestehen, einen Beitrag zu einer breiten Auswahl und zur Stabilit?t der Finanzierungsquellen für private Haushalte, Unternehmen und Staaten, zum Wirtschaftswachstum durch die Unterstützung von Start-up-Unternehmen und die F?rderung der Expansion junger und innovativer Unternehmen sowie zu einer besseren Teilung finanzieller Risiken im privaten Sektor in den Euro-L?ndern zu leisten.

Die Weiterentwicklung der M?rkte für Beteiligungskapital als Schwerpunkt in den n?chsten Ma?nahmenkatalog zur Kapitalmarktunion aufzunehmen, k?nnte neben anderen Vorteilen im Zeitverlauf einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der EU-Volkswirtschaften leisten. Wie aus Abbildung 2.1 für 28 OECD-L?nder hervorgeht, deuten neue Forschungsergebnisse der EZB darauf hin, dass Volkswirtschaften, deren Finanzierungsstruktur st?rker auf Eigenkapital als auf Bankkredite oder andere Fremdmittel ausgerichtet ist, ihren CO2?Fu?abdruck in den letzten Jahrzehnten st?rker reduzieren konnten als andere Volkswirtschaften. Diese Relation ist im Fall von privatem Beteiligungskapital (wie Wagniskapital oder Investitionen von Business Angels) noch ausgepr?gter, was sich durch zwei Effekte erkl?ren l?sst. Erstens eigenen sich M?rkte für Beteiligungskapital besser für die Finanzierung riskanter innovativer Unternehmen, die über weniger Sachanlagen verfügen, und energieeffiziente Sektoren weisen h?ufig einen gr??eren Anteil solcher Unternehmen auf. Im Gegensatz dazu gew?hren Banken oft Kredite gegen materielle Sicherheiten, über die kohlenstoffintensive Branchen tendenziell in gr??erem Umfang verfügen als kohlenstoffarme bzw. ?grüne“ Wirtschaftszweige. Zweitens treffen die Kosten für Rechtsstreitigkeiten Eigenkapitalgeber unmittelbarer. Das Risiko, dass ?grüne“ Branchen Umweltsch?den verursachen, ist geringer, somit ist es auch unwahrscheinlicher, dass derartige Kosten anfallen. Ein Programm zur Weiterentwicklung von M?rkten für ?ffentliches und privates Beteiligungskapital k?nnte laufende Initiativen zur F?rderung der Emission grüner Anleihen sinnvoll erg?nzen. Es erfordert Zeit, die Finanzstruktur der EU dahingehend zu ?ndern, dass ihr Eigenkapitalanteil steigt. Alles in allem scheint dieser Ansatz im Hinblick auf eine st?rker ?kologisch ausgerichtete Wirtschaft dennoch vielversprechender zu sein als schuldenbasierte Ans?tze. Dies br?chte auch viele andere Vorteile im Zusammenhang mit der Steigerung von Produktivit?t und Wachstum, der Verbesserung der Risikoteilung im privaten Sektor und der St?rkung der Widerstandsf?higkeit der Finanzmarktintegration mit sich.

963彩票开户Abbildung 2.1

Struktur des Finanzsektors und CO2963彩票开户-Emissionen

(Y-Achse: prozentuale Ver?nderung der l?nderspezifischen CO2963彩票开户?Emissionen pro Kopf zwischen 1990 und 2013; X-Achse: gesamte Aktienmarktkapitalisierung dividiert durch die Summe der gesamten privaten Kredite und der gesamten Aktienmarktkapitalisierung für jedes Land im Jahr 1990)

Quellen: Die Daten zu den CO2-Emissionen (Kilotonnen CO2 pro Kopf) stammen von der Internationalen Energieagentur (IEA). Die Daten zu den privaten Krediten und der Aktienmarktkapitalisierung stammen aus der World Bank Financial Structure Database.
963彩票开户Anmerkung: Die ?Finanzstruktur im Jahr 1990“ ist definiert als gesamte Aktienmarktkapitalisierung dividiert durch die Summe der gesamten privaten Kredite und der gesamten Aktienmarktkapitalisierung multipliziert mit 100 für jedes Land im Jahr 1990. Die Punkte in der Abbildung beziehen sich auf 28 OECD-L?nder.

Die neuen wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen nach dem Brexit zwischen dem Vereinigten K?nigreich und den 27 EU-Mitgliedstaaten k?nnten zu Anpassungen in der Struktur, der Entwicklung und der Integration des EU-Finanzsystems führen. Die EU ist auf alle Szenarien vorbereitet.963彩票开户 Viele Unternehmen der 27 Mitgliedstaaten nutzen Finanzdienstleistungen, die zurzeit von der City of London erbracht werden. Kapitalmarktbezogene Dienstleistungen – insbesondere das Clearing von Derivaten, verschiedene Dienstleistungen im Bereich Investmentbanking, wie Wertpapieremissionen, die Finanzierung von Fusionen und übernahmen und Konsortialkrediten, sowie der Wertpapier- und Derivatehandel – werden in gro?em Umfang im Vereinigten K?nigreich eingekauft. Wenn das Vereinigte K?nigreich aus dem EU-Binnenmarkt ausscheidet, werden aufsichtsrechtliche und regulatorische Faktoren (z. B. Entscheidungen, die gem?? dem ?quivalenzrahmen der EU getroffen werden) sich auf die grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen aus dem Vereinigten K?nigreich auswirken. Für Entscheidungen über ?quivalenz ist die Europ?ische Kommission zust?ndig. Bei diesen werden Erw?gungen im Zusammenhang mit der Finanzstabilit?t, darunter Risiken für die Finanzstabilit?t aufgrund potenzieller Unterschiede bei aufsichtlichen und regulatorischen Regelungen, ein entscheidender Faktor sein. Die EU ist auf alle Szenarien vorbereitet. Angesichts der derzeitigen Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen ?quivalenz des Rahmenwerks des Vereinigten K?nigreichs muss der private Sektor sich weiterhin auf alle m?glichen Entwicklungen nach Dezember 2020 vorbereiten. In Bereichen, in denen Dienstleistungen nicht mehr grenzüberschreitend erbracht werden k?nnen, müssen Finanzdienstleister mit Sitz im Vereinigten K?nigreich unter Umst?nden ihren Standort in die EU verlagern und/oder muss die EU m?glicherweise ihre binnenwirtschaftlichen Kapazit?ten ausbauen. Dies h?tte Implikationen für die Struktur und die Entwicklung ihres Finanzsektors.

Abgesehen von regulatorischen Faktoren werden wirtschaftliche Anreize für Standortverlagerungen zwischen dem Vereinigten K?nigreich und den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie andere Anpassungen im Privatsektor u. a. von Skalen- und Verbundeffekten abh?ngen. Skaleneffekte im Clearing-Gesch?ft bieten beispielsweise starke Anreize für eine Konzentration an einem einzigen Standort. Der EZB-Bankenaufsicht übermittelte Pl?ne von Banken mit Sitz in London sowie Pl?ne anderer Intermedi?re lassen darauf schlie?en, dass einige Finanzgruppen m?glicherweise verschiedene Arten von T?tigkeiten in eine Reihe von EU-Mitgliedstaaten verlagern werden. Dies scheint darauf hinzudeuten, dass vom Umfeld ausgehende Effekte bedeutender sein k?nnten als Verbundeffekte. Best?tigt sich dieser Trend, so k?nnte er zu einer Verbesserung der Multizentrierung des Finanzsystems des Euroraums/der 27 EU-Mitgliedstaaten führen.

Es ist wichtig, dass die neuen Initiativen zur Kapitalmarktunion, die derzeit ausgearbeitet werden, die notwendigen Anpassungen des EU-Finanzsektors an den Brexit erleichtern.963彩票开户 Verst?rkt sich die Multizentrierung des EU-Finanzsystems, so wird es immer wichtiger werden, im Einklang mit dem Integrationsziel der Kapitalmarktunion die Fluidit?t der Finanzaktivit?ten zwischen den verschiedenen EU-Finanzzentren beizubehalten und Fragmentierungstendenzen zwischen ihnen vorzubeugen. Die EU sollte zudem ihre binnenwirtschaftlichen Kapazit?ten im Aktienbereich ausbauen. NFCs im Euroraum sind für Aktienemissionen weitgehend auf globale Banken angewiesen, die den Binnenmarkt gro?teils über London versorgen (siehe Abbildung 2.2). In Bezug auf Dienstleistungen, die auch künftig von London aus erbracht werden, sollten die entsprechenden Rahmenbedingungen für Drittl?nder in den Euro-L?ndern hinreichend einheitlich sein. Die regulatorische und aufsichtliche Einheitlichkeit ist von entscheidender Bedeutung, um gleiche Bedingungen sicherzustellen und regulativer Arbitrage vorzubeugen. Künftige Initiativen, vor allem der geplante neue Ma?nahmenkatalog für die Kapitalmarktunion, sollten den brexitbedingten Anpassungsbedarf auf vorausschauende Weise berücksichtigen.

963彩票开户Abbildung 2.2

Aktienemissionen von NFCs im Euroraum über globale Investmentbanken

963彩票开户(linke Achse: Anzahl der Gesch?fte; rechte Achse: prozentuale Anteile)

Quelle: Dealogic.
Anmerkung: Banken, die als Manager, Co-Manager, Bookrunner, Underwriter oder anderweitig an Gesch?ften beteiligt sind, werden je nach Standort des Mutterunternehmens den Kategorien ?Euroraum“ oder ?global“ zugeordnet. Vor dem Brexit hatten globale Banken in der Regel von London aus Zugang zum Markt. Die Balken zeigen die Anzahl der Gesch?fte, an denen einzelne Banken beteiligt sind. Da üblicherweise viele Banken an einem einzigen Gesch?ft beteiligt sind, kann dies zu einer gewissen Doppelerfassung von Gesch?ften auf der linken Achse führen. Die orangefarbene Linie zeigt das Verh?ltnis zwischen den blauen und gelben Balken und kann als N?herungswert für die Bedeutung globaler Banken für den Markt des Euroraums herangezogen werden.

Die Einführung einer angemessen konzipierten, gemeinsamen, sicheren staatlichen Anleihe k?nnte erhebliche Vorteile für die Stabilit?t, Integration und Entwicklung der Finanzm?rkte im Eurogebiet bringen. Die Finanzstruktur des Euroraums verfügt zurzeit über keine gemeinsame, sichere staatliche Anleihe. Eine derartige Anleihe würde das Finanzsystem weiterentwickeln, indem ein zus?tzliches Finanzinstrument eingeführt wird, dessen Risiko-/Renditeeigenschaften sich von denen bestehender Verm?genswerte insbesondere angesichts des geringen Risikos, das nicht unmittelbar mit einem einzelnen Staat verbunden ist, unterscheiden. Eine solche staatliche Anleihe k?nnte au?erdem ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung einer Zinsstrukturkurve im Eurogebiet sein, ein wesentliches Merkmal hoch entwickelter Kapitalm?rkte, auf dessen Grundlage viele andere Finanzinstrumente bepreist würden. Beide Vorteile haben natürliche Auswirkungen auf die Finanzintegration, nicht nur auf die l?nderübergreifende Konvergenz der Verm?genspreise und Zinss?tze, sondern auch auf die Diversifizierung von Anlagen über inl?ndische Verm?genswerte hinaus. Der am h?ufigsten angeführte Aspekt einer gut konzipierten, sicheren staatlichen Anleihe im Euroraum ist jedoch deren m?glicher Nutzen für die Finanzstabilit?t. Vor allem die deutliche Pr?ferenz für heimische Staatsanleihen in den Best?nden der Banken l?sst – trotz erheblicher Fortschritte bei den ersten beiden S?ulen der Bankenunion – wichtige Kan?le der Verflechtung zwischen Staaten und Banken weiterbestehen. Die M?glichkeit, Best?nde an staatlichen Anleihen u. a. durch Anlagen in eine gemeinsame, sichere Anleihe zu diversifizieren, würde das Ausma? direkter Verluste aufgrund von nationalen Problemen im Zusammenhang mit der Tragf?higkeit der ?ffentlichen Finanzen reduzieren. Darüber hinaus k?nnte eine Verringerung der Bedeutung von nationalen Benchmark-Staatsanleihen die Verbindung zwischen der Schuldentragf?higkeit des jeweiligen Staats und den Refinanzierungskosten der Banken (u. a. durch erstklassige, liquide Sicherheiten für Repo-Gesch?fte) schw?chen. Da sowohl eine gemeinsame, sichere staatliche Anleihe als auch ?nderungen der regulatorischen Behandlung der Engagements von Banken in Staatsanleihen Themen der politischen Debatte in Europa sind, lassen indikative Simulationen in Kasten 1 von Special Feature B au?erdem darauf schlie?en, dass durch die Kombination regulatorischer Gebühren für Konzentrationen bei Staatsanleihen (d. h. h?here Eigenkapitalanforderungen für Banken mit st?rker konzentrierten Staatsanleihen-Portfolios) mit einer sicheren Anleihe eine Verringerung der Home Bias leichter herbeigeführt werden k?nnte. Somit k?nnte die Notwendigkeit einer Umschichtung der oberhalb der Konzentrationsschwelle liegenden Best?nde an staatlichen Anleihen reduziert und eine potenzielle Erh?hung der Volatilit?t der Staatsanleihen-Portfolios von Banken vermieden werden. Zwar k?nnten die Einführung einer gemeinsamen, sicheren Anleihe und ?nderungen der regulatorischen Behandlung von Engagements in Staatsanleihen zwei sich gegenseitig unterstützende Elemente der Vertiefung der WWU darstellen. Jedoch sollten die Diskussionen über diese m?glichen Ma?nahmen im breiteren Kontext der Vollendung der Banken- und Kapitalmarktunion betrachtet werden. Dies umfasst auch die laufende politische Debatte über ein europ?isches Einlagenversicherungssystem.

Eine solche gemeinsame, sichere staatliche Anleihe br?chte auch vielf?ltige Herausforderungen mit sich, wie von einigen Marktteilnehmern angeführt. Erstens k?nnte sich die Schaffung einer gemeinsamen, sicheren Anleihe, je nach ihrer Gestaltung, nachteilig auf die nationalen Anleihem?rkte auswirken. So dürfte beispielsweise das Emissionsvolumen herk?mmlicher Staatsanleihen sinken, was deren Liquidit?t beeintr?chtigen würde. Zweitens k?nnte in diesem Zusammenhang die Wahrscheinlichkeit, auf dem Markt ausreichend K?ufer für nachrangige Schuldtitel zu finden, gering sein. Dies ist für die Bonit?t einer gemeinsamen, sicheren Anleihe von entscheidender Bedeutung, da die Anlegerbasis für solche Produkte kleiner sein dürfte als für herk?mmliche Staatsanleihen. In diesem Zusammenhang muss bei der Bankenregulierung besonderes Augenmerk auf die verh?ltnism??ige Behandlung von Risiken für die gemeinsame, sichere Anleihe und die sonstigen Staatsanleihen gelegt werden. Drittens k?nnte die erhebliche Streuung der Ratings staatlicher Schuldtitel im Euroraum den Prozess der Schaffung einer gemeinsamen, sicheren, durch Staaten besicherten Anleihe erschweren. Diese Aspekte müssen sorgf?ltig erwogen werden.

Um den beabsichtigten Nutzen erzielen zu k?nnen, sollte eine gemeinsame, sichere staatliche Anleihe des Euroraums eine Reihe von Merkmalen in Bezug auf ihre Bonit?t, ihr Volumen, ihre Anreizwirkungen und ihre Abstimmung auf das regulatorische und Marktumfeld in sich vereinen.963彩票开户 Eine gemeinsame, sichere Anleihe sollte eine sehr hohe Bonit?t aufweisen und sowohl l?nderspezifischen als auch weiterreichenden, mit Staaten im Euroraum verbundenen Schocks standhalten k?nnen. Sie sollte auch so ausgestaltet sein, dass sie weiterhin Anreize für eine solide nationale Finanzpolitik bietet. Au?erdem sollte die sichere Anleihe sowohl mit den regulatorischen als auch mit den Marktstandards vereinbar sein und die Zulassungskriterien für Liquidit?tsgesch?fte der EZB erfüllen. Eine weitere Priorit?t besteht darin, dass die verbleibenden nationalen M?rkte für Staatsanleihen weiterhin gut funktionieren. Einige Gestaltungsformen für diese Anleihe, die diese Kriterien erfüllen, h?tten das Potenzial, den Vorteil niedriger Finanzierungskosten für Staaten auf eine gr??ere Zahl von Emittenten auszuweiten als dies derzeit der Fall ist. Das Volumen der geschaffenen Anleihe sollte zudem ausreichend bemessen sein, damit der betreffende Markt genügend Liquidit?t entwickelt und für wesentliche Verbesserungen in Bezug auf Finanzintegration, -entwicklung und -stabilit?t sorgt. Insgesamt k?nnte eine gut konzipierte, gemeinsame, sichere staatliche Anleihe die Banken- und Kapitalmarktunion unterstützen und somit zur Vertiefung der WWU beitragen. Gleichzeitig verdeutlicht die aktuelle Diskussion über verschiedene Gestaltungsformen der sicheren Anleihe, wie schwierig es ist, alle wünschenswerten Kriterien gleicherma?en zu erfüllen.

[1]In Abbildung 1.1 entspricht die Gesamtzahl der sonstigen Finanzinstitute (SFIs) der Summe der finanziellen Mantelkapitalgesellschaften (dunkelgrüner Bereich), die sich mit Verbriefungen befassen, und der verbleibenden sonstigen Finanzinstitute (hellblauer Bereich).
[2] des Europ?ischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2019 zur Erleichterung des grenzüberschreitenden Vertriebs von Organismen für gemeinsame Anlagen und zur ?nderung der Verordnungen (EU) Nr. 345/2013, (EU) Nr. 346/2013 und (EU) Nr. 1286/2014 sowie des Europ?ischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2019 zur ?nderung der Richtlinien 2009/65/EG und 2011/61/EU im Hinblick auf den grenzüberschreitenden Vertrieb von Organismen für gemeinsame Anlagen.
[3]Finanzstabilit?tsrat ?“, 12. Januar 2017, und Europ?ischer Ausschuss für Systemrisiken ?“, 14. Februar 2018.
[4]Association for Financial Markets in Europe, ?Capital Markets Union: Key Performance Indicators“, Oktober 2019, Abbildung 7.3.
[5]Allerdings k?nnte dies zum Teil der Rückführung von im Ausland erzielten Einnahmen durch multinationale US-Unternehmen geschuldet sein. Sie vollzog sich in etwa zur gleichen Zeit und k?nnte auch Messgr??en zu den Str?men ausl?ndischer Direktinvestitionen innerhalb des Eurogebiets beeinflusst haben.
3 March 2020
Statistical annex
7073彩票网址 8炫彩彩票开户 7072彩票开户 689彩票邀请码 963彩票开户 7073彩票注册 7073彩票地址 8炫彩彩票app 66顺彩票app 868彩票开户